Wir kennen einander seit rund 4 Jahren, über meinen vormaligen Arbeitgeber hatte ich mehrmals beim Kongress mitgewirkt und ein Printmagazin für die WeAreDevelopers betreut. Die Zusammenarbeit war über weite Strecken positiv und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt, wir schienen uns gut zu ergänzen. Da mein Einsatz aus Sicht der GF dem Unternehmen erheblichen Mehrwert bot, wurde mir Mitarbeit angeboten. Ende 2023 war es soweit, ich traf den CEO und wir begannen, die künftige Zusammenarbeit zu planen. Ich verließ meinen Arbeitgeber. Ende Jänner hatte ich ein Gespräch in Wien mit dem CEO und einem weiteren Mitglied der GF, worin wir Aufgabenbereiche für mich absteckten. Der Austausch verlief inhaltlich sehr konkret und zwischenmenschlich angenehm. Die beiden Herren versprachen ein Gehaltsangebot vorzulegen und wollten sich in der Folgewoche zusammensetzen. Das war im Januar. Es folgte: Nichts. Mails von mir blieben unbeantwortet.
Nicht nur habe ich seither keinen Vertrag erhalten, im April wurde ich für kostenlose Mitarbeit am Kongress-Programm angefragt wie in den Vorjahren, als hätte es kein Jobinterview gegeben. Mittlerweile war ich arbeitslos und in prekärer Lage. Insofern war ich echt baff über die Anfrage. Da ich Zeit hatte, sortierte ich unentgeltlich viele Stunden lang eingereichte Talks nach ihrer Güte. Die GF entschuldigte sich für die Verzögerung und kündigte erneut ein Angebot an. Das war Anfang April, seither habe ich nichts gehört. Im Juni fiel mir auf, dass die vorab versprochene Refundierung meiner Reisekosten aus Jänner offen ist. Ich habe zweimal vergeblich nachgehakt. Einen Anwalt möchte ich nicht einschalten, da der Schaden für mich noch größer würde.
Schade! Ich kenne einige zufriedene Mitarbeiter in-house. Wie es tatsächlich wäre, bei den WeAreDevelopers zu arbeiten, kann ich nicht einschätzen. Der Ablauf der Bewerbung war intransparent, langwierig und unstrukturiert. Die Kommunikation mangelhaft, rückblickend wohl unehrlich. Mich irritiert das bis heute. Besonders ärgert mich, um die Reisekosten geprellt worden zu sein in einer Zeit, in der ich jeden Cent umdrehen muss.
Bis vor Kurzem hätte ich dieses Unternehmen empfohlen, und ich habe aus Überzeugung IT-Professionals dort hinvermittelt. Die Erfahrung im Bewerbungsprozess empfinde ich als extrem unbefriedigend und unserer zuvor produktiven Arbeitsbeziehung nicht angemessen. Jeder kann mal einen schlechten Tag oder eine schlechte Woche haben, und Bewertungen (etwa auf Kununu) sind immer subjektiv. Nach einem halben Jahr des beruflichen Ghostings kann ich mir diese Erfahrung nimmer schönreden. Time to move on.