Leider habe ich keine guten Erfahrungen bei dem Recruitingprozess der DB erfahren dürfen.
Ich hatte mich auf eine bestimmte Position im Recruiting in Berlin beworben.
Schnell wurde ein telefonisches Kennenlernen organisiert, welches vom Inhalt auch gut strukturiert war.
Nach diesem Gespräch würde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, dieses sollte insg. ca. 4 Std. in Anspruch nehmen.
Zwei Tage vor dem besagten Termin wurde mir dann leider mitgeteilt, dass die Stelle nicht mehr vakant wäre.
Ich wurde daraufhin gefragt ob ich trotz dessen zu dem Gespräch kommen möchte, um danach im Talentpool aufgenommen zu werden.
Da ich eine Präsentation zu einem spezifischen Thema vorbereiten sollte und an dem besagten Termin vorstellen sollte, habe ich mich schlussendlich gegen ein Vorstellungsgespräch ohne bestimmte Position entschieden.
Man sollte dazu sagen, dass ich bereits an diesem Punkt des Prozesses bereits vier unterschiedliche Ansprechpartner hatte.
Eine Woche später erhielt ich dann einen weiteren Anruf von der DB. Mir wurde mitgeteilt, dass es eine neue Vakanz im Recruiting gäbe. Kurz wurden mir allgemeine Infos mitgeteilt, im Anschluss wurde ich dann wieder zu einem Gespräch eingeladen.
Dieses Gespräch fand dann auch statt. Da es keine Terminvorschläge gab, sondern eher einen Termin und „take it or leave it“, habe ich mir hierfür einen Tag Urlaub genommen.
Das Gespräch fand mit einer Mid-Level Recruiterin und einer Senior Recruiterin aus dem Fachbereich statt.
Führungskräfte waren zu dem Gespräch nicht dabei.
Zunächst haben sich die beiden Damen vorgestellt, leider aber auch nicht im Detail.
Danach hielt ich meine Präsentation zum vorher bekannten Thema via PowerPoint. Es gab eine Fragerunder, dann ein weiteres Gespräch zu bestimmten HR Themen. Zu guter Letzt dann ein Rollenspiel. Dieses war meiner Meinung nach recht schlecht gewählt…denn es ging um eine Neuausschreibung offener Vakanzen aber eben genau im Recruiting. Es wurde emuliert, dass sie eine HR Managerin wäre, die keine Zeit hätte mir Infos zu geben…ok fair enough…da ich ja in dem Fall bereits Recuitierin bei der DB wäre….wüsste ich ja in dem Sinne was ich machen müsste, also warum dann mit Fragen löchern…
Um meine Kenntnisse in dem Fall testen zu können, wäre es wohl praktisch gewesen mit einer Aufgabe zu geben, von der ich wirklich keine Ahnung haben konnte.
Zum Schluss unseres Gespräches wurden dann noch offene Fragen beantwortet.
Leider konnte mir keine der Beiden im Detail erklären, wie sie in ihrer täglichen Arbeit vorgehen, ihre größten Herausforderungen im Alltag klar machen und bestimmte Zukunftsaussichten für ihren Beruf/Stelle geben.
Nach ca. 4 Stunden bin ich dann nett von den Damen aus dem Haus geführt worden. Mir wurde mitgeteilt, dass der Personalleiter noch ca. 3 Wochen im Urlaub wäre, ich aber bereits eine Woche später ein „allgemeineres“ Feedback zu meinem Gespräch von der Senior Recuiterin erhalten würde.
Leider habe ich diesen Anruf/Mail etc. nie erhalten. Nach ca. zwei Monaten habe ich mich dann bei der Dame gemeldet. „So etwas passiere nie und sie entschuldige sich vielmals“. Wir machten einen Termin für ein Telefonat aus. Leider rief die Recuriterin, die mir dann ein Feedback geben wollte nie an. Auch nach noch einer Email, keine weitere Reaktion.
Auf meinem Karriere-Profil stehe ich seit Mitte letzten Jahres immer noch auf „Auswahlverfahren“.
Ich habe viel Zeit für diesen Recruitingprozess investiert: Telefoninterview von ca. 1 Std., Vorbereitung zum Vorstellungsgespräch, Informationen sammeln, Präsentationsvorbereitung, Gespräch von ca. 4 Std..
Wenn doch bei euch so viele Recruiter in einem Prozess involviert sind, wie kann es sein, dass sie kein Einziger mehr in der Verantwortung, den Kandidaten auch bei einem ordentlichen Prozess zu begleiten? Auch allgemeine Absage hätte es getan!
Es hat mich überrascht, dass das Thema Recruiting solch einen schlechten Stellenwert bei der DB genießt, Strukturen unübersichtlich zu sein scheinen, eine Recruitingsoftware/tool noch nicht lange genutzt wird und mit keine KPIs gearbeitet wird, um ggf. auch Verbesserungsmaßnahmen und Kontrollmechanismen zu initiieren.
Letztendlich sollte auch ein Konzern von dieser Größe über den Fachkräftemangel weiter nach denken und die Candidate Experience mehr in den Fokus rücken.